"Wissen Sie, wo Sie den PIN-Brief zu Ihrem ePerso abgeheftet haben?" Mit dieser Frage kann in den Ämtern ein eID-/EUDI-Wallet-Katapultstart ausgelöst werden.
Eine einfache Srachregelung in den Bürgerämtern und im Schnitt eine Minute mehr Zeit für jede Bürgerin und jeden Bürger katapultiert Deutschland in eine neue Dimension der Verwaltungsdigitalisierung und darüber hinaus.
22.01.2026
Die nächste Dimension zur Digitalisierung in Deutschland mit digitalen Identitäten kann aufgrund der angekündigten EUDI-Wallet einen Katapultstart hinlegen. Das Fundament ist mit der Online-Ausweisfunktion (eID) im Deutschen Personalausweis, dem elektronischen Aufenthaltstitel und der eID-Karte für EU-Bürgerinnen und Bürger technologisch, prozessual, organisatorisch und rechtlich in den letzten 15 Jahren geschaffen und ausgerollt worden. Für diese Infrastruktur hat unser Land über zwei Milliarden Euro ausgegeben. Der Personalausweis, oder eine der genannten Alternativen, steckt seit fünf Jahren bei nahezu allen Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren im Portemonnaie und kann jederzeit am eigenen Smartphone für ein sicheres und rechtsgültiges digitales Ausweisen genutzt werden. Nur weiß das fast keiner. Dieses Unwissen hat u. a. dazu geführt, dass bei der üblicherweise 10-jährigen Gültigkeit eines Personalausweises inkl. der Online-Ausweisfunktion auch der zugehörige PIN-Brief in Vergessenheit geraten ist und vielfach nicht mehr gefunden wird.
Mit der Flotten PIN den Katapultstart zur nächsten Dimension der Digitalisierung in Deutschland vorbereiten
Die vorausgegangene Beschreibung zur eID zeigt im bildhaften Vergleich das gespannte Katapult auf. Damit ein Katapult seine enorme Beschleunigungswirkung für das üblicherweise sehr träge Geschoss erzielt, muss es allerdings auch ausgelöst werden. Für das Auslösen des gespannten eID-Katapults kann in den nächsten Monaten das Vorgehensmodell Flotte PIN von buergerservice.org bundesweit zum Einsatz gebracht werden. Aus dem Stand kann jedes Bürgeramt die Flotte PIN anbieten. Der Ablauf kann leicht umgesetzt werden:
Alle Bürgerinnen und Bürger, welche einen vor Ort-Termin bei einer Sachbearbeiterin oder einem Sachbearbeiter in ihrer Kommune wahrnehmen, erhalten im Anschluss an die eigentliche Sachbearbeitung folgenden Hinweis mit einer konkreten Frage ergänzt:
- ”Ab dem Jahr 2027 kann der Personalausweis (und im Anschluss weitere wichtige Dokumente) in eine kostenfreie staatliche Wallet, die EUDI-Wallet, auf das eigene Smartphone übertragen werden. Hierzu benötigen Sie die PIN zu Ihrem Personalausweis.”
- "Wissen Sie, wo Sie den PIN-Brief zu Ihrem Personalausweis abgeheftet haben?"
Wird die Frage mit ja beantwortet, ist für diesen Moment alles erledigt. Wird die Frage hingegen mit nein beantwortet, so bietet man der Bürgerin oder dem Bürger aktiv an, direkt in diesem Moment die PIN zum eigenen Personalausweis neu zu setzen.
Der gesamte Vorgang dauert im Schnitt ca. 1 Minute und erlaubt bei einer bundesweiten Umsetzung den bildhaft beschriebenen Katapultstart ab dem ersten Tag, an welchem die EUDI-Wallet aus den Stores installiert werden kann. Zur Unterstützung der Kommunen können übergeordnete Instanzen Kommunikationsmaßnahmen beitragen.
Dresden testet die EUDI-Wallet - die Flotte PIN sollte dazugehören
buergerservice.org ist aktuell im Gespräch mit Akteuren rund um die EUDI-Wallet-Testkommune Dresden und schlägt vor, das Vorgehensmodell Flotte PIN als Zugabe in der Testkommune zur Schaffung von Erfahrungswerten zum Einsatz zu bringen.
Ein Treffen hierzu fand mit dem Bundestagsabgeordneten und Mitglied im Digitalausschuss des Deutschen Bundestages, Dr. Markus Reichel (Dresden) statt. Am 15. Januar 2026 hat er in einem Gespräch dargelegt, dass die Verbreitung der PIN unabdingbar für den Erfolg der EUDI-Wallet sein wird. Seit seiner ersten Legislaturperiode macht sich der Berichterstatter für Digitale Identitäten für Initiativen stark, wodurch der Bürger einfach und unkompliziert an die PIN kommt. Egal ob PIN-Rücksetzdienst, zivilgesellschaftliches Engagement oder starkes kommunales Engagement, Dr. Markus Reichel ist davon überzeugt, dass alle Akteure an einem gemeinsamen Strang ziehen müssen. In seiner Heimatstadt Dresden läuft derweil die Pilotierungsphase für die EUDI-Wallet, hierzu erklärt er: "Dresden ist Vorreiter für die Pilotierung der EUDI-Wallet auf kommunaler Ebene, wodurch jetzt schon alltagsrelevante Anwendungsfälle getestet werden. Hier werden Verwaltung und Bürger schnell und praxisnah zusammengebracht und genau darin liegt der Schlüssel."
Mit einer Aufklärung der Mitarbeitenden im Bürgeramt kann das Vorgehensmodell Flotte PIN erfolgreich gestartet werden
Für die Umsetzung des Vorgehensmodells Flotte PIN bedarf es vor allem den guten Willen und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bürgerämtern. Hier hat buergerservice.org sehr gute Erfahrungen mit der eID-Roadshow für Mitarbeitende in den Bürgerämtern gemacht. Die Teilnehmer werden im Rahmen der eID-Veranstaltung eingeladen, ihre eigene Online-Ausweisfunktion kennenzulernen. Im Anschluss werden gemeinsam Echtanwendungen, wie der digitale Fahrzeugschein oder die Willenserklärung zum Organspende-Register oder die Registrierung zur BundID, durchgespielt. So erleben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerämter direkt den Eigennutzen der Online-Ausweisfunktion (eID) mit einem konkreten Ausblick auf die EUDI-Wallet. Mit diesem Wissen können sie sehr authentisch im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern auftreten, und so im Sinne eines tollen Bürgerservice den Start der EUDI-Wallet bestens mit vorbereiten.
Fazit
Mit dem Vorgehnsmodell Flotte PIN kann nach Einschätzung von buergerservice.org jede Kommune im Jahr 2026 für die eigenen Bürgerinnen und Bürger den eID/EUDI-Wallet-“Katapultstart” vorbereiten. Je mehr Kommunen diese Vorbereitungen betreiben, desto größer wird die Chance auf einen derartigen “Katapultstart” für ganz Deutschland.Zurück zu den aktuellen Meldungen.



